Prof. Karl-Georg Hirsch wurde 1938 in Breslau geboren und
arbeitete viele Jahre an der Hochschule für Graphik und
Buchkunst in Leipzig, wo er auch als künstlerischer Leiter
der Werkstatt für Holzschnitt wirkte. 1989 zum Professor
berufen, schied er 2003 als Emeritus aus dem Lehramt aus.
Sein künstlerisches Werk präsentiert eine Traditionslinie,
die von Dürer und Cranach über Bewick, Grandville und
Faworski bis ins Heute reicht. Durch das Umsetzen einer
Bildidee auf den Stock und das Eingraben mit dem Stichel in
das spröde Material verbindet sich hier ein hohes künstlerisches
Vermögen mit großer handwerklich-stecherischer
Meisterschaft. Für seine Arbeiten hat er seit 1965 zahlreiche
Preise, Medaillen und Auszeichnungen erhalten.
Karl-Georg Hirsch präsentiert und charakterisiert seine
Figuren mit den Mitteln der Groteske. Das oberflächliche
Betrachten der Szenerie wird schnell von einem Lächeln
begleitet, das einem aber oft im Gesicht gefriert, wenn
man sich auf die Gestalten einläßt.
Alle Exlibris haben vielfach einen eindeutigen Bezug zur
Zeitgeschichte. Sie legen Zeugnis ab, daß ein engagierter
Künstler auch bei reinen Auftragsarbeiten eine eindeutige
moralische Position zu beziehen vermag.
Karl-Georg Hirsch zeigt sich dem geneigten Betrachter
in seinem gesamten Werk als ein Philantrop, der die Hoffnung
nicht aufgegeben hat, daß die Menschheit aus der
Geschichte lernen könne. Dazu möchte er ein Scherflein
beitragen.
Peter Labuhn
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Exlibris von Karl-Georg Hirsch |