Der Kupferstich ist eine Technik, die der Gestaltung des
Exlibris in großem Maße entgegenkommt: das überaus zarte
Ornament feinster Linien läßt kaum größere Formate zu.
Die Herstellung erfordert allerdings nicht nur ein scharfes
Auge (eine entsprechende Lupe nicht zu vergessen), zwei
ruhige Hände, in denen doch eine gewisse Kraft liegt, viel
Feingefühl und ebenso Geduld.
Ein Künstler, der sich seit langen Jahren ausschließlich
dem Kupferstich widmet, ist der Pole Woiciech Jakubowski.
1929 in Starogard bei Danzig geboren, erhielt er seine
künstlerische Ausbildung von 1948 bis 1953 bei Prof.
Jerzy Hoppen an der Universität Thorn, seit Jahren lebt
er mit seiner Familie in Gdingen und ist der seit 1964
stattfindenden Exlibris-Biennale in der Marienburg eng
verbunden. Sein erstes Exlibris entstand 1949, bis etwa 1960
arbeitete er als Holzstecher um sich dann ausschließlich dem
Kupferstich zu widmen, etliche größere Kaltnadelstiche
blieben eine interessante Ausnahme.
Seine Exlibris, die er mit höchster Bedächtigkeit sticht,
zeigen vor allem Motive aus seiner Umgebung: Pflanzen,
Bäume, Tiere, aber auch Architektur. Mit großer Einfühl
samkeit setzt er Farben und Flächen, Hell und Dunkel in
Linien um, ganz selten kommt der mühsame Punktstich
zum Einsatz. Was uns heute besonders erfreut: mit zuneh-mendem Alter werden – sehr im Gegensatz zu vielen anderen
Künstlern – seine Stiche immer zarter und präziser und sind
ein begehrtes Sammelobjekt geblieben.
Dr. Ottmar Premstaller
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Exlibris von Woiciech Jakubowski
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