Heuer jährt sich der Geburtstag von Professor Friedrich Neugebauer (1911–2005) zum einhundertsten Mal. Dieses Jubiläum ist Anlass einer umfangreichen Werkschau im Jahresausstellungsraum des Schrift- und Heimatmuseums »Bartlhaus«, dessen Mitbegründer er war.
Friedrich Neugebauer, der aus der Schule des bekannten österreichischen Schriftreformers Rudolf von Larisch hervorging, setzte mit großem Ernst dessen Idee zur Pflege der kunstvollen Schrift im täglichen Gebrauch fort. Seine Arbeit legt Zeugnis ab von der Vielfalt als Schriftkünstler, Grafik-Designer, Buchgestalter und Lehrer.
Die Schrift war für Friedrich Neugebauer Träger hoher geistiger Werte, die er auf höchstem Niveau gestalterisch umzusetzen wusste. Nimmt man die Herleitung des Wortzeichens
und Buchstabens aus dem Bild als Gegebenheit, führte er eben diese wieder ins Bildnerische – zum Schrift-Bild – zurück. Schrift wurde für ihn solchermaßen in engster Verbindung mit dem ihr anhaftenden Sinn zur Ausdrucksform und weiter zur Kunstform. Das alles machte er ohne großes Aufsehen, sondern lebte in stiller Bescheidenheit vor, wie in der »Demut des Schreibens« der Anruf der Kunst erfüllt werden kann.
Der Ruf von Prof. Friedrich Neugebauer und seine Bedeutung als moderner Reformator der Schrift reichen weit über Österreich hinaus. Seine Schüler und Anhänger finden sich in aller Welt und scheuen auch heute nicht den – oft weiten – Weg nach Pettenbach.
Wir danken der Familie Neugebauer, die uns neben den Dauerleihgaben auch viele andere kostbare Arbeiten von Prof. Friedrich Neugebauer für diese Ausstellung zur Verfügung gestellt hat.
Ute Felgendreher
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Prof. Friedrich Neugebauer, 2004

Schriftblatt von Prof. Friedrich Neugebauer

Schriftblatt von Prof. Friedrich Neugebauer

»Sonnengesang«,
Buchtitel von Prof. Friedrich Neugebauer
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